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Das offene Wort

Gewalt fängt oft mit Worten an. In Zeiten sogenannter sozialer Netzwerke sind überbordende Emotionen schnell als unbedachter Ausrufesatz in die Tasten geklimpert. 

Der unparteiische Hamburger Ittrich hat das offene Wort gesucht, zuvor verunsichert durch Eingriffe seines Video-Assistenten im Spiel Wolfsburg gegen Schalke. So genervt, wie man es nach einem entscheidenden Gegentor in letzter Minute nur sein kann, war S04-Trainer Domenico Tedesco. Es kam zum Wortgefecht.

Tedesco gibt an, als Antwort auf eine kurze Nachfrage vom Referee „durchbeleidigt“ worden zu sein. Er bleibt schuldig, was genau die Äußerungen bedeutet haben. Der Schiedsrichter ist sich keines Vergehens bewusst, entschuldigte sich gleichwohl. 

Diesen Disput hätte es nicht auch noch gebraucht. Die alte Benimmschule lehrt, dass auf dem Platz fast alles erlaubt ist – und nach dem Duschen alles vergessen. Sollte sich Jung-Trainer Tedesco mal hinter seinen Laptop schreiben.



Wolfgang Ehlers

Wolfgang Ehlers
Wolfgang Ehlers, Jahrgang 1957, Redakteur im Verlag Boyens Medien seit über 23 Jahren, ist Dithmarscher von Geburt an und ein jahrzehntelanger Beobachter der Sportszene.

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Wenn Meinungsmacher das so vertreten, dass man alles auf dem Platz darf, dann ist das schlimm genug. Das ist eben eine "alte Benimmschule", willkommen in der Benimmschule wo Normen und Werte vertreten werden. Schade an dieser Stelle Herr Ehlers.

Der Fußballplatz und das Stadion ist nicht die Spielwiese für sowas.

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Vielen Dank, aber bitte das "fast" im Beitrag nicht vergessen. Drohungen und Rassismus haben auf dem Fußballplatz so wenig zu suchen wie überall im Leben. Da die Beteiligten den Wortlaut schuldig bleiben und sich der Schiedsrichter einer Schuld nicht bewusst ist, muss man davon ausgehen, dass es ein intensiver, etwas lautstärkerer Disput war. Das muss man, als Trainer, Spieler und auch als Schi [...]
Vielen Dank, aber bitte das "fast" im Beitrag nicht vergessen. Drohungen und Rassismus haben auf dem Fußballplatz so wenig zu suchen wie überall im Leben. Da die Beteiligten den Wortlaut schuldig bleiben und sich der Schiedsrichter einer Schuld nicht bewusst ist, muss man davon ausgehen, dass es ein intensiver, etwas lautstärkerer Disput war. Das muss man, als Trainer, Spieler und auch als Schiedsrichter, aushalten können, ohne gleich zum Kadi (heute: zur Presse) zu rennen. In der Schule wurde das "Petzen" genannt. War auch nicht schön.

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Auch "fast nicht". Es ist nicht alles erlaubt, Punkt. Die Relativierung macht es nicht besser. Wenn beide dem Wortlaut schuldig bleiben, kann man nicht von einem intensiven, lautstarken Disput ausgehen. Sondern man weiß es einfach nicht.

Sie schreiben selbst, dass der Schiri sich widerspricht ("Ich habe nichts getan, aber ich entschuldige mich dafür").

Petzen soll man nicht u [...]
Auch "fast nicht". Es ist nicht alles erlaubt, Punkt. Die Relativierung macht es nicht besser. Wenn beide dem Wortlaut schuldig bleiben, kann man nicht von einem intensiven, lautstarken Disput ausgehen. Sondern man weiß es einfach nicht.

Sie schreiben selbst, dass der Schiri sich widerspricht ("Ich habe nichts getan, aber ich entschuldige mich dafür").

Petzen soll man nicht und man muss auch einiges aushalten, aber vielleicht war es über das "übliche" Maß hinaus. Kann man ansprechen...auch als Trainer, der ein Laptop hat...den hat übrigens z.B. Pep auch. Aber den mögen viele Medien ja auch nicht. Macht Sinn jetzt.

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