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Die Mutprobe nach der Premiere

Tor gegen den Heider SV - am Sonnabend soll es zum Rückrundenauftakt in der Regionalliga  besser laufen, wenn der Hamburger SV II an die Meldorfer Straße kommt. Foto: Jensen

Halbzeit in der Regionalliga: Der Heider SV hat viel Arbeit vor sich

Sagen wir: „Cojones“. Das ist spanisch und eher jugendfrei als die deutsche Übersetzung. Sagen wir: Beim Heider SV haben sie Mut gezeigt mit ihrer Regionalliga. Die Vorrunde ist – das Nachholspiel in Flensburg ausgenomen – vorbei. Der Mut ist belohnt worden. 

Am Wochenende steht der erste Rückrundenspieltag an. Möglicherweise erscheint der Hamburger SV II mit den Vollprofis Pollersbeck und Papadopoulos an der Meldorfer Straße. Das zeigt, in welche Sphären sich die Heider Freizeitfußballer begeben haben. Zu zwölf Punkten hat es bisher gereicht. 

Mit zwölf Punkten könnte man um diese Zeit abgeschlagen sein. Nicht mal das ist dem Heider SV passiert. Er pendelte wochenlang zwischen Abstiegs- und Nichtabstiegsplatz. Das Programm der nächsten Wochen ist schwer. Bei einer Mannschaft, die die Saison im wesentlichen mit 14, 15 Mann bestreitet, muss allmählich der Kräfteverschleiß einsetzen. An der Tabellenposition wird sich bis Weihnachten möglicherweise wenig ändern. Auch in Lübeck, Bremen und Flensburg könnte es viele Gegentore geben. Das ist im Preis mit drin. 

Am meisten Spaß gemacht hat Wolfsburg II. Das sind Jungs, die können Fußball spielen, alle. Anderthalb Lehrstunden an der Meldorfer Straße brachten fünf Gegentreffer – 8:2 hätte es auch ausgehen können. In solchen Spielen zeigt sich die Unbedarftheit des Heider Kaders, dem diese Grundlagen fehlen. In Jeddeloh und Lüneburg, gegen den Hannoverschen SC und einen enttäuschenden FC St. Pauli II sah es anders aus. 

Die Punktzahl ist nicht zu beanstanden. Sie bewegt sich sogar am oberen Rand des Erwartbaren. Ähnlich verhält es sich mit der Zuschauerresonanz. Die Zahl 20000 zum Saisonende ist keineswegs abwegig. Auch finanziell erweist sich die Regionalliga nicht als Fass ohne Boden. Liga-Chef Meyenburg und seine Trainer werden den Bestand in der Winterpause kaum mit teuren Neuverpflichtungen aufs Spiel setzen. Lieber sollten sie die bewährten Jungs weitere Erfahrungen sammeln lassen. Man wird dann sehen, mit wem in nächster Zeit zu rechnen ist. 

Einiges muss sich nämlich verfestigen. Zwei- oder vielleicht dreimal Training die Woche und am Wochenende ein bisschen kicken – wer aus diesem Trott kommt, kann nicht Regionalliga spielen. Ein Umdenken wird einsetzen müssen. Interessierte Talente, ob aus dem eigenen oder anderen Vereinen, müssten noch früher und noch gezielter an den Leistungsfußball herangeführt werden. 

Sönke Beiroth und Tim Dethlefs haben als langjährige oder aktuelle Stützpunkttrainer Erfahrung. Sie sollten diese Richtung vorgeben und dabei alles auf die Regionalliga-Tauglichkeit abstellen – am besten im Einvernehmen mit weiteren Klubs der Westküste, die Ansprechpartner wären, wenn es ein Spieler nicht ganz schafft. Diese Mechanismen müssten greifen – je früher, um so besser. Man kann gar nicht genug und gar nicht gut genug trainieren zwischen 14 und 23. 

Ob der Heider SV in diesem Jahr die Regionalliga hält oder nicht, ist einerlei. Wichtig ist, die Strukturen zu durchdenken – zu erkennen, was fehlt, aber auch, was möglich ist. Die Regionalliga macht nämlich Spaß, und diese Saison hat den Beteiligten, einschließlich der Aufstiegsrunde, bereits lebenslänglich unvergessliche Momente beschert. 

Nach einer Saisonhälfte beginnt die zweite Phase, die Aufarbeitung. In der Winterpause ab Anfang Dezember dürfen sie die Hände nicht in den Schoß legen. Dann wird man sich entscheiden müssen: Soll es ein einmaliger schöner Ausflug in die Welt des größeren Fußballs gewesen sein und will man sich wieder dauerhaft in der schleswig-holsteinischen Oberliga einrichten, die eine Reihe ordentlicher Gegner bringt, sich in der Breite aber vom nennenswerten Fußballleistungssport leider immer weiter entfernt hat? Oder möchte man sich, nach diesem Erfahrungs- und Erkenntnisgewinn, längerfristig in der 4. Liga etablieren, möglicherweise nach dem nächsten Aufstieg?

Als Peter Lafrentz und Joachim Bienek die Liga GmbH ins Leben riefen und auch andere begeisterten, stand der Heider SV als Leistungssportverein sportlich und finanziell vor dem Kollaps. Daraus ist Beachtliches gewachsen. Der nächste Schritt wird nicht einfacher werden als die vorherigen. Neue Wege erfordern Mut.



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Sehr geehrter Herr Wolfgang Ehlers,

vielen Dank für diesen Artikel.
Sehr schön und wie ich finde sehr positiv geschrieben. Das baut auf und wer in Hannover beim HSC dabei war, hat besonders bei den jungen Spielern das Leuchten in den Augen gesehen. Die Anfahrt war stapaziös und man wurde 30 Minuten fussballerisch vorgeführt, aber durch Teamgeist und Kampf ist man wieder aufgestand [...]
Sehr geehrter Herr Wolfgang Ehlers,

vielen Dank für diesen Artikel.
Sehr schön und wie ich finde sehr positiv geschrieben. Das baut auf und wer in Hannover beim HSC dabei war, hat besonders bei den jungen Spielern das Leuchten in den Augen gesehen. Die Anfahrt war stapaziös und man wurde 30 Minuten fussballerisch vorgeführt, aber durch Teamgeist und Kampf ist man wieder aufgestanden und hat den Sieg errungen.
Gegen alle Mannschaften die da unten stehen hat Heide gepunktet. Das heisst so schlecht können Sie auch wieder nicht sein.
Trotzdem hat mich in diesem Bericht schon erschüttert, das man nur 2-3 mal trainiert, dass kann doch nur ein Schreibfehler sein oder ?
Ich weiss von Havelse 4 mal die Woche und HSC Hannover 3-4mal die Woche sind ein muss um in dieser Liga zu bestehen.
Boah sage ich nur, dann sind die bisher erreichten Punkte hoch anzuerkennen.
Schöne Grüße an die Sportredaktion der DLZ
Jan Eggers

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Wenn man beachtet, wieviel Herzblut rin Meyenburg in das Thema Regionalliga investiert und darin aufgeht hat sich die Sache mit dem einmaligen Ausflug erübrigt. Diese Saison ist eine Art Testphase.
Es zeigt es war vollkommen richtig aufzusteigen. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die Chance, die Liga zu halten weiter vollkommem offen ist.
Nur der Heider SV

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Es ist unfassbar was in den letzten drei bis vier Jahren in Heide gewachsen ist. Unzählige engagierte Leute haben dazu beigetragen. Dabei „nur“ die Protagonisten aus der letzten Saison aufzuführen ist m.E. ein wenig zu kurz gesprungen. Der Grundstein entstand durch die Gründung der Liga GmbH und (ich vermisse die Derbys) den Niedergang von Meldorf. Wo würde Heide ohne die Spieler stehen? W [...]
Es ist unfassbar was in den letzten drei bis vier Jahren in Heide gewachsen ist. Unzählige engagierte Leute haben dazu beigetragen. Dabei „nur“ die Protagonisten aus der letzten Saison aufzuführen ist m.E. ein wenig zu kurz gesprungen. Der Grundstein entstand durch die Gründung der Liga GmbH und (ich vermisse die Derbys) den Niedergang von Meldorf. Wo würde Heide ohne die Spieler stehen? Was wäre passiert wenn Heide damals abgestiegen wäre? Seien wir froh über die Entwicklung und tolle Spiele in der Rückrunde. Wir zählen auf euch Jungs! Mit Engagement und dem notwendigen Glück kann vielleicht sogar der Klassenerhalt gelingen. Nur der (kleine) HSV :)

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Man muss Andreas Meyenburg ein großes Lob aussprechen für das was er mit seinen Mitstreitern in Heide geschaffen hat. Kunstrasen, Stadion Umfeld und Bekanntheitsgrad sind verbessert bzw. gesteigert worden. Aber man muss man natürlich auch Struktur der Mannschaft bzw. im Trainerteam ändern wenn man langfristig in der 4. Liga spielen will. Man sieht, dass die Aufsteiger es Jahr für Jahr sehr sc [...]
Man muss Andreas Meyenburg ein großes Lob aussprechen für das was er mit seinen Mitstreitern in Heide geschaffen hat. Kunstrasen, Stadion Umfeld und Bekanntheitsgrad sind verbessert bzw. gesteigert worden. Aber man muss man natürlich auch Struktur der Mannschaft bzw. im Trainerteam ändern wenn man langfristig in der 4. Liga spielen will. Man sieht, dass die Aufsteiger es Jahr für Jahr sehr schwierig haben, da die etablierten RL Vereine wesentlich größere finanzielle Möglichkeiten haben. Selbst Altona, die sich als Aufsteiger beachtlich und namhaft verstärkt haben, steht unten drin. Das sagt schon einiges. Daher sind auch die bisher erreichten 12 Punkte aller Ehren wert.

Will man den HSV allerdings langfristig in der RL etablieren muss man gestandene Spieler verpflichten und ein für die Klasse erfahrenes Trainerteam. Nichts gegen die etablierten Spieler und gegen das Trainerteam, aber um langfristig dabei zu sein braucht es Leute auch der Klasse von Liga 4. So wird es immer ein Abenteuer bleiben. Aber vielleicht möchte man das auch genauso, dann ist es ok wie es ist. Weiterhin viel Erfolg!

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Das Problem nur, die Leute hier an der Westküste bieten Dir das nicht. Wenn Du einen Regionalligaerfahrenen Trainer holen möchtest, dann muss man schon in Richtung HH oder Kiel gucken. Und dann sind wir beim Thema Kosten. So ein Coach kostet mal schnell mindestens 2.500€. Wie willst Du das finanzieren? Die Spieler werden auch nicht umsonst kommen. Und dann ist die Identifikation auch weg und d [...]
Das Problem nur, die Leute hier an der Westküste bieten Dir das nicht. Wenn Du einen Regionalligaerfahrenen Trainer holen möchtest, dann muss man schon in Richtung HH oder Kiel gucken. Und dann sind wir beim Thema Kosten. So ein Coach kostet mal schnell mindestens 2.500€. Wie willst Du das finanzieren? Die Spieler werden auch nicht umsonst kommen. Und dann ist die Identifikation auch weg und die Fluktuation da. Das ist ein sehr schwerer Weg. Ich denke, dass Wolfgangs Ansatz schon sehr richtig ist. Die Vereine in der Region müssen den Heider SV nicht als Konkurrenten sehen. Es muss quasi eine Partnerschaft entstehen.

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seid Wochen liest man nichts mehr an Kritik obwohl die Punktausbeute mager war. Und es Gegentore nur so hagelte.nicht zu lesen von Steinburg Coach, Aktiver Trainer und anderen Kritikern. haben die es aufgegeben kommentare zu schreiben? Oder wird hier kritische Stimmen nicht veröffentlich?

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Weil besagte Leute eben keine sachliche Kritik, sondern reine subjektive negative Meinungsmache betrieben haben. Woche für Woche das gleiche von sich gegeben und sich wie die größten Experten hingestellt, weil sie das ja alles angeblich schon vorher gewusst hätten. In jeder Zeile war die hämische Freude über Niederlagen rauszuhören.

Was diese Herren nicht sehen und begreifen wolle [...]
Weil besagte Leute eben keine sachliche Kritik, sondern reine subjektive negative Meinungsmache betrieben haben. Woche für Woche das gleiche von sich gegeben und sich wie die größten Experten hingestellt, weil sie das ja alles angeblich schon vorher gewusst hätten. In jeder Zeile war die hämische Freude über Niederlagen rauszuhören.

Was diese Herren nicht sehen und begreifen wollen, wie auch du anscheinend nicht:

Niemand von den Fans, noch von den Spielern haben je behauptet, dass sie qualitativ gut genug für diese Liga sind. Der Heider SV wollte das Abenteuer wagen und hat darauf auch auf die eigenen Spielern aus den letzten Jahren gesetzt, bis auf 3-4 Neuzugänge. Und auch diese sind nicht wegen des Geldes gekommen, sondern um sich weiterzuentwickeln und diesen nicht einfachen Weg mit dem HSV zu gehen. Man hätte ja auch Unsummen für Legionäre ausgeben können um mit aller Gewalt in dieser Liga zu bleiben. Aber dieses Wagnis ist wollte der Verein nicht eingehen, was ihnen hoch anzurechnen ist. Der HSV weiß wo er herkommt und weiß genauso welche Rolle sie in dieser Liga spielen. Lediglich die angeblichen Kritiker hier wollen ein anderes Bild vermitteln...

Und noch was zu besagten „Kritikern“... Jeder von ihnen hat dem Heider SV nichts zugetraut. Behauptet man würde maximal 2-3 Punkte in der ganzen Saison holen und regelmäßig unter die Räder geraten. Dem war nicht so, und das mit den geringen Mitteln und qualitiv schlechterem Spielerpotential gegenüber all den anderen Mannschaften in der Liga. alleine dafür gebührt den Jungs schon Respekt!

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Zensur von Seiten der Sportredaktion? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Wenn dem doch so sein sollte wäre das ein Armutszeugnis in Sachen Demokratie und Meinungsfreiheit.

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Ich kann mich nicht entsinnen dass hier Leute behauptet haben der Heider SV würde in der ganzen Saison nur 2-3 Punkte holen. Albern meint diese Leute hätten keine sachliche Kritik geübt. Aus Vereinsbrillensicht mag das so sein. In den meisten Fällen war deren Kritik wesentlich sachlicher als Minkelpinkel seine Kommentare. Zur Regionalliga Nord. Es gibt 4 Regionalligen. Nord, Nordost, West, Sü [...]
Ich kann mich nicht entsinnen dass hier Leute behauptet haben der Heider SV würde in der ganzen Saison nur 2-3 Punkte holen. Albern meint diese Leute hätten keine sachliche Kritik geübt. Aus Vereinsbrillensicht mag das so sein. In den meisten Fällen war deren Kritik wesentlich sachlicher als Minkelpinkel seine Kommentare. Zur Regionalliga Nord. Es gibt 4 Regionalligen. Nord, Nordost, West, Südwest. Nord ist die mit Abstand schwächste davon.

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Ja es gab die Kommentare das Heide kein Spiel gewinnt. In einem anderen wurde geschrieben das sie so wie Schilksee keine 10 Punkte holen. Diese Kommentare sind genauso Blödsinn wie das was Minkel hier verbreitet. Dein Kommentar ist aber auch totaler Quatsch. Immer ist die Liga in der Heide spielt die schwächste Liga. Außerdem gibt es 5 Regionalligen, du hast Regio Bayern vergessen. Das Niveau u [...]
Ja es gab die Kommentare das Heide kein Spiel gewinnt. In einem anderen wurde geschrieben das sie so wie Schilksee keine 10 Punkte holen. Diese Kommentare sind genauso Blödsinn wie das was Minkel hier verbreitet. Dein Kommentar ist aber auch totaler Quatsch. Immer ist die Liga in der Heide spielt die schwächste Liga. Außerdem gibt es 5 Regionalligen, du hast Regio Bayern vergessen. Das Niveau und das Gefälle in den Regios NO und W ist ähnlich wie in unserer Regio. Aber das werden Personen wie du, die Heide nichts gönnen niemals einsehen und zugeben.

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dein gelaber, lieber Talentscout, ist das mit abstand schlechteste, zumindest nach meinem empfinden.

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Da liegen Sie richtig falsch was die Stärke der 5 Regionalligen betrifft. Die Staffel Nord ist nicht die schwächste Staffel. Die schwächsten Staffeln sind Nordost und Bayern. Die beiden stärksten Staffeln sind West und Südwest. Weil da halt die Ballungsgebiete sind. Im Südwesten aber mit Gießen, Offenbach, FSV Frankfurt, Saarbrücken, Homburg einige Vereine, die sich schon einmal finanziell [...]
Da liegen Sie richtig falsch was die Stärke der 5 Regionalligen betrifft. Die Staffel Nord ist nicht die schwächste Staffel. Die schwächsten Staffeln sind Nordost und Bayern. Die beiden stärksten Staffeln sind West und Südwest. Weil da halt die Ballungsgebiete sind. Im Südwesten aber mit Gießen, Offenbach, FSV Frankfurt, Saarbrücken, Homburg einige Vereine, die sich schon einmal finanziell übernommen haben und Insolvenz anmelden mussten. Einige davon erneut von Insolvenz bedroht. Von daher steht der Heider SV doch im Norden gut da. Finanziell wird sich die Saison auf jeden Fall lohnen.

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Sehr gute Einschätzung

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hier wird, mit verlaub, der letzte müll veröffentlicht, auch, bzw meist pro Heide.
warum zum geier kommt man angesichts dieser "fakten" darauf, daß hier was unter den teppich gekehrt würde?
vermutlich legt die eine person mit den vielen kreativen nicknames einfach mal eine kleine schaffenspause ein.

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Fakt ist, dass Heide noch alke Chancen hat den Ligaverbleib zu sxhaffen.
Und von wegen Schaffenspause,denen sind die Argumente ausgegangen.
Oder eine Person mit vielen Nicknamen hat einfach keinevLust auf Selnstgespräche gehabt

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Diese Person kann keine Schaffenspause Einlegen. Er kann es einfach nicht und die Redaktion Unterstützt ihn in gewisser Weise leider dabei. Damit müssen wir alle Leben.

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