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Klinsmanns Flucht

Zwei freie Tage spendierte Jürgen Klinsmann den Profis von Hertha BSC, obwohl Verbesserungsbedarf vorhanden ist; die Berliner waren mit Niederlagen auf Schalke und gegen Mainz aus einer englischen Woche gegangen. Man weiß jetzt: Klinsmann, 55,  plante selber seine Flucht. Via Facebook setzte er die Öffentlichkeit über seinen Rücktritt in Kenntnis. Wahrscheinlich war dem Wahl-Amerikaner auch das Wetter in der Hauptstadt zu schlecht.

Klinsmann hinterlässt verbrannte Erde. Ein Trainer war er nie - ein Motivator, der Vertrauensleuten die praktische Arbeit überließ. Vor und bei der WM 2006 war das Joachim Löw.

Der Hertha verordnete Klinsmann einen Schlingerkurs. Nicht nur die Torleute, denen er einen Spezialtrainer nach dem anderen aufdrückte, vermissten Kontinuität. 

Effekt vor Effizienz: Der Mann des Investors Windhorst, der - gegen Einfluss - mehr als 200 Millionen Euro in den Klub pumpte (von denen nicht wenige bereits aus dem Fenster geworfen wurden), dieser Klinsmann hat in bewährter Manier jeden Stein umgedreht. Er hinterlässt ein unfertiges Haus, in dem es durch alle Fugen zieht.

Groß denken wollten sie bei Hertha. An Leipzig hätten sie lernen können, wie man das macht. Dort wurde kontinuierlich aufgebaut. In Berlin ließen sich Präsident Gegenbauer und  Manager Preetz vom Duo Windhorst/Klinsmann eine windschiefe Architektur aufdrücken. Dieser Irrtum kann sehr teuer geraten.



Wolfgang Ehlers

Wolfgang Ehlers
Wolfgang Ehlers, Jahrgang 1957, Redakteur im Verlag Boyens Medien seit über 23 Jahren, ist Dithmarscher von Geburt an und ein jahrzehntelanger Beobachter der Sportszene.

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