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Krimi mit Verlängerung in der Wikinghalle

Vielbeinig und -armig verteidigte Bayer Leverkusen, hier gegen Rieke Jessen. Marne/Brusnbüttel war auf Augenhöhe. Foto: Jensen

HSG Marne/Brunsbüttel verliert unglücklich

Die Wikinghalle in Handewitt hat viele begeisternde Handballspiele erlebt. Auch dieser Krimi im ersten Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft der weiblichen A-Jugend gehört dazu. Die Spielerinnen der HSG Marne/Brunsbüttel verloren ihn mit 29:31 (27:28, 26:26, 12:15) nach Verlängerung gegen Bayer Leverkusen. Aber sie eroberten die Herzen der knapp 1000 Zuschauer (einschließlich der zur Beobachtung bereits angereisten anderen Final-Four-Teilnehmer) in einer fairen Atmosphäre.

Mit 19:14 lag Bayer Leverkusen zwischenzeitlich vorn. Doch Marne/Brunsbüttel zeigte Kämpferherz, beeindruckte mit Schnelligkeit und provozierte viele Zeitstrafen des Gegners. Kurz vor dem Abpfiff verwandelte Leonie Thomssen einen ihrer zehn Siebenmeter (bei nur einem Fehlversuch) zum 26:26-Ausgleich. Verlängerung.

Die Dithmarscherinnen, die das Final Four in Zusammenarbeit mit dem Handballverband Schleswig-Holstein ausrichten, gingen durch Leonie Thomssen mit 27:26 das erste Mal in Führung. „Jetzt hatten wir die Chance, mit zwei Toren wegzuziehen“, sagte die Kapitänin. Beide Teams, physisch und mental aufs äußerste belastet, verloren im Angriff den Ball. Bayer Leverkusen war am Ende glücklicher. Anders kann man einen Sieg nach Verlängerung nicht nennen. Die starken Leverkusenerinnen sind aber ein verdienter Finalist. 

Marne/Brunsbüttel wäre es ebenfalls gewesen. Im ersten Moment überwog die Enttäuschung, auch bei Trainer Helge Thomsen. Kleinigkeiten entschieden, die man in dieser Atmosphäre und bei diesem Lärm nicht immer beeinflussen kann. Ein Wechselfehler kostete in der Verlängerung eine Zeitstrafe (von denen sich die in der Abwehr zupackenden Leverkusenerinnen neben etlichen Siebenmetern viel mehr erlaubten) und entsprechend Kraft. „Wir haben ein paar Fehler zu viel gemacht“, sagte Helge Thomsen.

Tränen flossen bei den HSG-Spielerinnen. Doch in der Rückschau sollte der Stolz überwiegen. Morgen geht es im Spiel um Platz drei gegen den HC Leipzig oder Borussia Dortmund, die das zweite Halbfinale in der Wikinghalle bestreiten. Ob das Auftaktspiel zu toppen ist? Dieses erste Halbfinale war beste Werbung für den Jugendhandball.

HSG Marne/Brunsbüttel: Bölter, Bülow, Reese - Fahl (1), Bruhn (8/2), Berwald, Herms, Mader, Kretschmann (4), Pfleiderer (2), Jessen, Leonie Thomssen (10/10), Janßen (1), Anna Thomssen (3).

Bayer Leverkusen: Humpert, Hergarten, Fahnenbruck - Veit (1), Gruner (1), Sold, Holste (4), Cormann (3), Thomaier (15/2), Müller (1), Hinkelmann (1), Polsz (5), Thiwissen, Tesche.

Schiedsrichter: Fedtke/Wienrich.

Zuschauer: 800.

Zeitstrafen: HSG Marne/Brunsbüttel 1 - Bayer Leverkusen 7.



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