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Leben und leben lassen

Die 14-Uhr-Geschichte zur Regionalliga

Am Sonntag hat der Reporter aus Dithmarschen vor der Lohmühle im Stau gesteckt. Durchgeschwitzt trifft er auf dem Weg ins Stadion den Kollegen Christian Jessen. Der wirkt frisch nach einer kleinen Radtour. Spitzenfußball ist schöner, wenn man ihn in der Nähe hat. Jessen wohnt in Lübeck. Dort spielt an diesem Sonntag der FC St. Pauli im DFB-Pokal.

Christian Jessen hat ein Buch über den VfB geschrieben, der sein Heimspiel am 28. August gegen den VfL Wolfsburg II auf die merkwürdige Uhrzeit 19.19 Uhr gelegt hat. Das ist eine Erinnerung an sein Geburtsjahr; der Traditionsklub wird 100 Jahre alt.

Im Buch, rezensiert in der gedruckten Dienstag-Ausgabe, wird die wechselhafte, von Erfolgen und Insolvenzen geprägte VfB-Geschichte erzählt. Interessant ist das Personenverzeichnis, das mehr als 70 Seiten umfasst, unter anderem mit dem ehemaligen Heider Torhüter Michael Frech. Die jüngere Vergangenheit hat auch Dieter Hecking geprägt, jetzt Trainer beim Hamburger SV. Er spielte mit Lübeck in der 2. Bundesliga und erreichte das Halbfinale im DFB-Pokal, das bei Werder Bremen knapp verloren ging. Werder gewann dann auch das Endspiel; Hecking wechselte zum Bremer Finalpartner Alemannia Aachen.

Düstere Kapitel um den VfB gibt es aber auch. Jessens Buch ist im Verlag Die Werkstatt erschienen und kostet 34,90 Euro. Es umfasst 368 Seiten.

Der Kollege Christian Jessen wurde beim Verbandstag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes am 15. Juni in Malente unfreiwillig Thema; Journalisten schätzen so etwas nicht. Es ging um den Pflichtbezug der wöchentlichen Sportzeitschrift, für die der Lübecker Jessen verantwortlich arbeitet. Verschiedene Delegierte forderten den Landesverband, der dort seine Amtlichen Mitteilungen kundtut, auf, das Geschäftsverhältnis zu beenden. Die Mitteilungen könnten auch über die elektronischen Postfächer verteilt werden. Dann müsse man nicht zahlen.

Tatsächlich hat es über dieses versteckte Sponsering für eine einzelne Publikation seinerzeit große Diskussionen gegeben, und es sei verraten, dass man auch in verschiedenen Redaktionsstuben im Osten und Westen des Bundeslandes nicht sehr glücklich war, unterstellt wurde auch ein Abhängigkeitsverhältnis. Aber damals waren die Zeiten andere. In Malente hat Dr. Tim Cassel, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, zugegeben, dass dem SHFV eine regelmäßige Berichterstattung in der Druckpresse, und zwar jeder Art, wichtig sei. Er verwies auf Untersuchungen vom Amateurfußballkongress in Kassel, wonach die Glaubwürdigkeit gerade in Sachen Sport in Zeitungen am höchsten sei. Das hat man dann doch wieder gern gehört.

Dies dazu in eigener Sache: Im Gegensatz zu unseren Aktivitäten vor, während und nach den Spielen gegen den Bremer SV und Werder Bremen II sind diese Artikel, die seit 10 Uhr im Zwei-Stunden-Rhythmus erscheinen, kostenfrei abzurufen. Einen Liveticker und einen ersten Spielbericht gibt es ebenfalls auf www.sportplatz.sh ohne zusätzlichen Obolus. Wir betrachten das als Service und Werbung in eigener Sache.

Der Maßstab kann das nicht sein.

Die Geschichten von der Regionalliga folgen an diesem Mittwoch im Zwei-Stunden-Abstand - die nächste gibt es also um 16 Uhr.



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