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Marne/Brunsbüttel macht es spannend

Nichts zu machen: Meline Bast, hier gegen Meret Bülow, verwandelte alle Siebenmeter für Schwerin. Foto: Skowasch

Das Weiterkommen in der ersten Runde der Handball-Bundesliga wird für die weibliche A-Jugend der HSG Marne/Brunsbüttel zur Zitterpartie. Die Dithmarscherinnen verloren einen Tag nach dem 30:38 gegen den VfL Oldenburg auch ihr zweites Heimspiel gegen  Grün-Weiß Schwerin mit 31:32 (17:16) und liegen jetzt nur noch wegen des direkten Vergleiches vor Schwerin auf dem zweiten Tabellenplatz, der zum Weiterkommen reicht.

Wie schon gegen die Niedersachsen geriet Marne/Brunsbüttel in einer ganz schwachen Phase mit vielen Gegentoren binnen kürzester Zeit auf die Verliererstraße. In der ersten Halbzeit einer gewiss nicht hochklassigen Partie hatte nichts nach einer Dithmarscher Niederlage ausgesehen, da sich auch Schwerin einige technische Fehler und Fehlwürfe erlaubte.

Jedoch, kurz vor der Pause glichen die Grün-Weißen erstmals aus und übernahmen gleich nach dem Seitenwechsel die Führungsarbeit. „Aufgrund der zweiten Halbzeit - bis auf die letzten fünf Minuten - ist der Sieg schon verdient“, sagte Grün-Weiß-Trainer Marc Exner. „Da haben wir uns in der Abwehr gesteigert und vorne ein bisschen konzentrierter gespielt.“

Im ersten Durchgang hatten sich die Gäste schwer getan gegen die offensive Deckung der Dithmarscherinnen, die ihren Torleuten einige Arbeit abgenommen hatten. Da aber auch der ausgedünnte Kader der HSG Marne/Brunsbüttel im Angriff nicht frei von Fehlern war, auch mit unpräzisem Passspiel die ein oder andere Möglichkeit liegen ließ, setzten sich die Gastgeberinnen vor 180 Zuschauern nicht entscheidend ab.

Das rächte sich, als Schwerin herankam und  nach dem Wechsel  die ersten beiden Treffer zur ersten Führung anbrachte. Marne/Brunsbüttel, nun im Zugzwang, verlor um so mehr den kühlen Kopf, den es auf höchstem Niveau nun einmal braucht. „Wir waren in der Abwehr präsenter und unsere Torhüter haben mehr Bälle gehalten, weil wir gesagt haben, wir wollen in der Mitte mehr verdichten“, erklärte Exner den Unterschied zum Hinspiel, in dem Schwerin mit 34:36 das Nachsehen gehabt hatte. Marne solle lieber von Außen zum Abschluss kommen. „Das hat man ja auch gesehen. Sie (die Torleute, die Redaktion) haben ja sieben, acht Bälle von Außen gehalten.“ 

Gegenüber mehrten sich unterdess die Einschläge, weil der HSG zunehmend die Luft ausging. „Das ist eine Katastrophe mit diesen Einbrüchen", resümierte Trainer Helge Thomsen, „dass wir in fünf Minuten fünf Tore kassieren. Das war gestern schon so und ist heute wieder passiert. Aber es fehlen halt ein paar Leute. Wir sind in der Abwehr zu harmlos und einfach nicht fit genug, um einmal draufzugehen, sind zu lethargisch." Und niemand wagt das Unmögliche: "Wir haben keinen Zocker", sagte er.

Und so stand angesichts eines Vier-Tore-Rückstandes sogar der direkte Vergleich zur Disposition. Nur mit einer Kraftanstrengung verkürzte Marne/Brunsbüttel den Abstand, so dass dem Zwei-Tore-Hinspielsieg in Schwerin entscheidende Bedeutung zukommen könnte. Indes: Ausruhen sollten sich die Dithmarscherinnen darauf nicht. Noch müssen beide Teams nach Oldenburg und können dort punkten. „Wir haben uns die Chance gewahrt“, gab sich Exner zuversichtlich vor der dritten und entscheidenden Spielrunde dieser Gruppenphase. Helge Thomsen indes hofft nach einem schwarzen Wochenende auf personelle Besserung und die sechs Wochen Zeit, in denen er mit seiner Mannschaft die Fehler aufarbeiten kann. „Ich will das gar nicht zu kritisch sehen. Wir haben uns heute achtbar aus der Affäre gezogen, nachdem wir gestern eins auf die Mütze bekommen haben.“ Jetzt müsse man sehen, was in Oldenburg läuft. „Aber wir haben das zweite Spiel gegen die. Dann wissen wir, was Sache ist.“

HSG Marne/Brunsbüttel: Bülow, Zietz – Fahl (5), Bruhn (9/6), Asmussen, Herms (1), Loitz, Kollmer (1), Pfleiderer (7), Loczenski (5), Olf (3).

Grün-Weiß Schwerin: Schöps, Stender – Rassau (3), Lüder (1), Anna Sophie Schulz (2), Ockert (5), Zufelde (6), Marten (2), Schlink, Meiburg, Karschunke, Bast (8/7), Hanna Schulz (2), Böhmker (3).

Schiedsrichterinnen: Maczeyzik/Blunck (Hamburg);  Zuschauer: 180.

Zeitstrafen: eine – drei.

Spielfilm: 2:0 (2.), 2:1 (3.), 4:1 (7.). 4:3 (9.), 5:4 (10.), 7:4 (11.), 8:5 (12.), 8:7 (15.), 11:8 (17.), 13:9 (19.), 13:12 (23.), 16:13 (27.), 16:16 (30.), 17:16 – 17:18 (32.), 20:20 (34.), 20:23 (37.), 22:23 (39.), 24:24 (42.), 24:26 (43.), 25:26 (44.), 25:29 (46.), 26:30 (50.), 28:30 (52.), 29:31 (54.), 29:32 (55.), 31:32 (59.).

  Weiterführende Texte in unserer Montag-Zeitung vom 30. September.



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