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Minderheit stört würdigen HSV-Abschied

Moment des Schreckens: Die Profis des HSV und Borussia Mönchengladbachs haben den Innenraum sicherheitshalber verlassen.

Trotz Sieges gegen Gladbach abgestiegen

Max Eberl bat, die Bilder des Schreckens nicht in den Vordergrund zu rücken. Doch die idiotischen Aktionen aus dem Fanblock gehören nun einmal zu einem historischen Spiel, das den erstmaligen Sturz des Hamburger SV in die Zweitklassigkeit brachte. Von „100 Chaoten“ sprach der Gladbacher Manager, der lieber gewürdigt wissen wollte, „wie großartig die Mehrzahl den Dino verabschiedet hat“. 

Der Hamburger SV ging mit einem 2:1 über Borussia Mönchengladbach in die 2. Liga, konnte den Rückstand zum VfL Wolfsburg nicht aufholen, weil die Niedersachsen Schlusslicht 1. FC Köln mit 4:1 schlugen. Wolfsburg geht in die Relegation. 

Gerettet ist der SC Freiburg nach dem Heimsieg über den FC Augsburg am letzten Spieltag. Borussia Mönchengladbach hätte ein Sieg nicht auf den siebten Platz gebracht, weil der VfB Stuttgart überraschend beim Meister FC Bayern München mit 4:1 gewann. Die Stuttgarter qualifizieren sich für die Europa-Liga, sofern der FC Bayern die Frankfurter Eintracht im Pokalfinale schlägt. Wird Frankfurt Pokalsieger, ziehen die Hessen in den Europapokal ein. Teilnehmer an der Champions League sind neben Meister Bayern der FC Schalke 04, die TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund, die den Angriff Bayer Leverkusens mit großer Not dank der besseren Tordifferenz abwehrte. Neben Leverkusen und Stuttgart/Frankfurt nimmt RB Leipzig an der Europa-Liga teil.

Kyriakos Papadopoulos, Abwehrspieler des Hamburger SV äußerte sich enttäuscht, aber gefasst. Er sprach davon, dass Christian Titz zu spät gekommen sei. „In den letzten acht Spielen haben wir unser wahres Gesicht gezeigt.“ Das reichte nicht, um den Rückstand auf die Wolfsburger aufzuholen, die allerdings krisengeschüttelt in die Relegationsspiele am Donnerstag und Pfingstmontag gegen den VfL Wolfsburg gehen.

Vor einer Woche in Frankfurt nahm der Videoassistent dem HSV ein möglicherweise wichtiges Tor wegen Abseits. Im Abschlussspiel im Volkspark entschied Schiedsrichter Dr. Brych nach Rücksprache mit den Beobachtern im Kölner Studio auf Handspiel. Hunt verwandelte den Elfmeter in der elften Minute zum 1:0. Den Ausgleich besorgte nach einem Konter Drmic in der 28. Minute. Zum wertlosen Hamburger Sieg traf Holtby in der 63. Minute. 

Nach der mehr als zehnminütigen Unterbrechung wegen der Pyromanen, als alles auf das Spielende wartete, setzte Schiedsrichter Dr. Brych das Spiel mit einem Schiedsrichterball fort. HSV-Keeper Pollersbeck spielte nach Absprache seinen Gladbacher Torwartkollegen Sommer an. Dann beendete Brych die Partie ohne weitere Nachspielzeit. 

Auch Gladbachs Trainer Dieter Hecking wollte über die Zündler auf den Rängen nicht sprechen. „Fußball ist Spaß, und das hat mir keinen Spaß gemacht.“ 56500 der 57000 Zuschauer hätten die Hamburger dagegen in aller Würde verabschiedet.

Wie es beim HSV weiter geht, ist unklar. Trainer Titz, der in der 2. Liga Trainer bleibt, stellte Gespräche mit den Spielern in den kommenden Tagen in Aussicht. Kyriakos Papadopoulos wusste gleich nach dem Spiel nicht, ob er seinen Vertrag für die 2. Liga ausfüllen würde.

HSV-Idol Uwe Seeler äußerte sich gefasst: „Immer wieder Wunder gibt es nicht.“ Er wünschte sich den Aufbau einer neuen Mannschaft in der 2. Liga. Und scherzhaft: „Morgen gehe ich ins Trainingslager.

Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 2:1 (1:1)

Hamburger SV: Pollersbeck - Sakai, Papadopoulos, Jung, Douglas Santos - Steinmann (78. Ekdal) - Kostic (82. Jatta), Hunt, Holtby (89. Waldschmidt), Ito - Wood.

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt - Kramer, Zakaria (57. Cuisance) - Hofmann (57. Traoré), Hazard (78. Grifo) - Raffael, Drmic.

Schiedsrichter: Dr. Brych (München).

Zuschauer: 57000.

Tore: 1:0 Hunt (11., Handelfmeter), 1:1 Drmic (28.), 2:1 Holtby (63.).

Gelb-Rote Karte: Wood (71.).

Tabelle: http://www.sportplatz.sh/tabellen/fussball/herren-senioren/1-bundesliga.html

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