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Reduziert die Liga!

Der Abstiegskampf der 1. und der Aufstiegskrampf der 2. Liga bestehen aus Grotesken. Dem bezahlten Fußball kann man sich an der Schnittstelle zwischen Ober- und Unterhaus nur noch mit Sarkasmus nähern. Es gibt aber auch nachvollziehbare Gründe.

Die Bestandsaufnahme zuerst: Hannover hat zwei Wochen vor Saisonschluss 18 Punkte, Nürnberg 19, Stuttgart 24 - irgendwann galt  mal die 40-Punkte-Grenze als existenzsichernd. Was die vermeintliche Zweitliga-Spitze um Köln, Paderborn, Union und der HSV abliefert, ist lächerlich - übertroffen zum Beispiel vom FC St. Pauli und Holstein Kiel, die solche Chancen liegen ließen und sich ebenfalls kritisch hinterfragen sollten.

Es ist allerdings auch so, dass die Masse der Spieler das erforderliche Niveau gar nicht haben kann.  Die großen Klubs, national wie international, leisten sich aus Prinzip zwei komplette Mannschaften mit Hochkarätern, um den Belastungen standhalten und Verschleißverletzungen kompensieren zu können. Da müssen sich die anderen wie an der Resterampe fühlen. Dass der Durchschnitts-Profi maximal überbezahlt ist, weckt dann auch noch völlig falsche Erwartungen.

Die oben genannten Klubs haben in der 1. Liga allesamt nichts verloren. Die Konsequenz müsste eine Reduzierung der Bundesliga sein, was dann gleich mit Abstürze wie der überstrapazierten Frankfurter verhinderte. Leipzigs Trainer Ralf Rangnick war neulich sehr froh über das zeitige Ausscheiden seiner roten Bullen in der ungeliebten Europa-Liga.

Diese Reduzierung der 1. Liga wird es nicht geben. Die Sache wird sich eher auf andere Weise lösen. Wenn sich Bayern, Dortmund und vielleicht auch Leipzig in eine richtige Europa-Liga mit Punktspielen am Wochenende verabschieden - und diese Planspiele sind bekanntlich aktuell -, bliebe der Durchschnitt unter sich. Dann müsste sich die Bundesliga nicht reduzieren. Sie könnte sogar eine Aufstockung vertragen. Man müsste nur den Europapokal abschaffen . . .



Wolfgang Ehlers

Wolfgang Ehlers
Wolfgang Ehlers, Jahrgang 1957, Redakteur im Verlag Boyens Medien seit über 23 Jahren, ist Dithmarscher von Geburt an und ein jahrzehntelanger Beobachter der Sportszene.

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