Fußball für alle in Brunsbüttel
Von Wolfgang Ehlers am 02.08.2012 in Sport | Weitersagen:
Große Vorfreude: Eröffnungsspiele an der Olof-Palme-Allee
Detlef Fink ist erst seit gut einem Monat Trainer des BSC Brunsbüttel. Bis dahin war der Fußball-Trainer aus Glückstadt meist auf Steinburgs Plätzen unterwegs. Nur wegen des Eröffnungsspieltags wird er kaum in Brunsbüttel angeheuert haben. Doch das freitägliche Treffen der Dithmarscher Fußballgemeinde an der Olof-Palme-Allee ist auch für Fink mehr als eine nette Begleiterscheinung.
„Das wird eine schöne Sache“, sagte Detlef Fink bereits nach dem Landespokalspiel des BSC gegen Holstein Kiel, welches ebenfalls eine attraktive Angelegenheit war. Aber jetzt, als Hauptspiel vor vielleicht vierstelliger Zuschauerzahl in einer Partie um die ersten Verbandsliga-Punkte – das könnte das Pokalduell toppen. Diesmal hat der BSC eine Siegchance.
Gerade deshalb beschleicht Fink eine leichte Furcht. „Zu Hause gegen einen Aufsteiger kannst du nur verlieren“, sagt er. Wer die offensivstarke Mannschaft der SG Geest 05 zu leicht nimmt, kann leicht sein blaues Wunder erleben.
Fink weiß das. Er weiß aber auch, wie wichtig ein guter Start wäre. Und er weiß um die Probleme des vergangenen Jahres, die weitgehend die Probleme in Heimspielen waren. Lediglich 22 Punkte holte der BSC an der Olof-Palme-Allee. Neun Spiele gingen hier verloren, mehr als 50 Prozent.
Ein Komplex? Nun, irgendwie darf sich der BSC Brunsbüttel als Auswärtsmannschaft fühlen. Schließlich sind noch fünf andere Teams am Ort, werden ab 17.30 Uhr viele „Spione“ und Beobachter konkurrierender Klubs erwartet.
Keine gewagte Prognose: Die meisten Zuschauer werden keine Brunsbütteler sein.
Steilpass aus Wacken
Höllenlärm wird noch in ihren Ohren klingen: In Brunsbüttel kann noch so viel los sein – Marc Neelsen und Lars Rohwedder wird es nicht schocken. Sie unterbrechen für den Verbandsliga-Auftakt das Rock-Festival in Wacken.
Vorfreude auch bei der SG Geest. „Es ist ein großer Reiz vor einem großen Publikum“, sagt Aufstiegs-Trainer Michael Dürr. „Natürlich hätte ich mir zum Auftakt einen leichteren Gegner gewünscht. Aber der Druck liegt beim BSC Brunsbüttel. Ein Punkt reicht uns.“
Das Thema Fußball lässt Michael Dürr in diesen Tagen nicht los. Überall wird er angesprochen, auch im Wohnort. „Ich weiß, dass viele Albersdorfer kommen wollen.“ Der Geest-Anhang sowieso – in gewohnt dreistelliger Zahl.
Hahns Probleme mit guten Bekannten
Der TSV Buchholz ist sein Heimatverein. Für diesen Klub, inzwischen als Altligist, schnürt Albin Hahn immer noch die Schuhe. Am Freitag eröffnet er als Trainer des Marner TV die Kreisliga-Saison – gegen Buchholz. Das ist keine gute Ausgangsposition.
„Meine Bilanz gegen Ex-Vereine ist nicht überragend“, sagt Hahn, der als Beleg die vergangene Saison anführt, als er sich gegen Geest 05 (die er vor Marne trainierte) besonders viel vorgenommen hatte. Die Spiele gingen dann voll in die Hose.
Die Buchholzer wiederum bezeichnet Hahn als einen Staffelfavoriten – ein Urteil, das Gewicht hat. Seinen Heimatklub kennt Albin Hahn wie keinen anderen. Als er neulich ein Testspiel in Buchholz beobachtete, blühte der Flachs. Er hat gegengehalten.
Doch mit Worten gewinnt man keine Spiele. Taten sollen folgen. Anfang der Woche wurde zweimal trainiert, gestern erwartete Albin Hahn seine Mannschaft zur Besprechung vor einem „Heimspiel“, das keines ist. „Wir haben uns zu diesem Anlass gern damit einverstanden erklärt, in Brunsbüttel zu spielen. Ich glaube nicht, dass das ein Nachteil für uns ist“, sagt er. „In Marne haben wir keine Zuschauermassen.“ Das Publikumsaufkommen werde alle Beteiligten, und eben auch sein Team, motivieren.
Außerdem ist Marnes Vorbereitungsphase gut verlaufen. Besonders im Pokal eilte der MTV von Sieg zu Sieg. So reduzierte sich die Pflichtspiel-Sperre für Christopher Hinrichsen. Doch ganz reicht es nicht. Zum Ende der vergangenen Saison muss er ein paar deftige Worte gebraucht haben. Jedenfalls ist Hinrichsen, wegen Schiedsrichter-Beleidigung gesperrt, erst am zweiten Spieltag in Offenbüttel wieder dabei.
Gleichwohl sind die Marner Offensivprobleme gelindert. Dafür verantwortlich ist vor allem einer, der seine Brunsbütteler Zeit heute etwas verlängert. Tim Wellnitz kehrte vom BSC zum Marner TV zurück. Und so hat immerhin ein Marner ein richtiges Heimspiel.
Beliebter Freitag
Uwe Rimkus, Vorstandsmitglied des TV Windbergen und als offizieller Vertreter der SG Windbergen/Frestedt bei der Arbeitstagung in Sarzbüttel, macht sich auf einen langen Abend gefasst: „Natürlich werde ich mir auch noch das Verbandsliga-Spiel ansehen. Und ich weiß, dass viele Geest-Fans früh kommen werden, um unser Spiel zu sehen.“
Das wird nicht ganz ohne Sprüche und Frotzeleien abgehen. Doch insgesamt versteht man sich sehr gut unter den Dithmarschern Fußballern, die ein fröhliches Fest feiern wollen, zu dem Spielausschussobmann Frank Willer ganz offiziell alle Vereine eingeladen hat. Nicht wenige auch aus dem nördlichen Kreisgebiet haben sich angekündigt, um Gegner unter die Lupe zu nehmen.
Für Windbergen kann sich Uwe Rimkus eine ähnliche Doppelveranstaltung an einem Freitagabend vorstellen. „Erst die Zweite, dann ein Spiel der Ersten, da wäre auch bei uns einiges los.“
Lohnend
Am Dienstag, bei der Arbeitstagung in Sarzbüttel, suchte Holger Waller das Gespräch mit Bernd Rehder. Waller ist Obmann des FC St. Michaelisdonn und wollte mit dem Brunsbütteler Vorsitzenden noch einmal die Modalitäten festklopfen. Um die Organisation müssen sich die Donner nicht kümmern. Obwohl sie „Heimverein“ sind.
„Unsere Spieler freuen sich mächtig auf diesen Tag“, sagt Holger Waller. Die Trainingsbeteiligung ist hoch gewesen. Jeder will vor der erwarteten Zuschauermenge sein Können zeigen – zumal es ein frühes Gipfeltreffen der A-Klasse ist. St. Michel wird hoch gehandelt, die SG Windbergen/Frestedt ist sogar Aufstiegsfavorit.
Wenn die Donner auch auf ihr Heimrecht verzichten – finanziell wird es nicht von Nachteil sein. „Nach Abzug aller Kosten werden die Einnahmen zwischen dem BSC, St. Michaelisdonn und Marne gedrittelt“, hat Bernd Rehder versprochen.
Stadion öffnet früh
Die Parkplatz-Kapazität wurde anlässlich des Brunsbütteler Pokalspiels gegen Holstein Kiel getestet und für gut befunden. Viele Vereinsoffizielle halfen bei der Einweisung. Freundlich wies Marc Böttger, Trainer der zweiten Mannschaft, die Pkw-Nutzer darauf hin, eine nicht zu große Lücke zum parkenden Nebenmann zu lassen. Etwa gegen 16 Uhr werden die Stadiontore geöffnet.
Chefsache
Kein geringerer als der Kreispräsident hat die Schirmherrschaft für den Eröffnungsspieltag übernommen: Karsten Peters wird nach einer kurzen Ansprache den ersten Anstoß ausführen.
Schiedsrichter
Auch auf die Unparteiischen wartet eine reizvolle Aufgabe: Marc Duchow pfeift um 17.30 Uhr das Spiel St. Michel gegen Windbergen an, Sven Rambke die Partie Marne gegen Buchholz und ab 19.30 Uhr Markus Stotzem das Verbandsliga-Derby.
Verlosung
Zwei Eintrittskarten für ein Bundesliga-Spiel des Hamburger SV, zehn Sportbücher (http://www.sportplatz.sh/sport/fussball/lesen-bildet-und-macht-spas/), fünf der beliebten Westküsten-Kalender für das Jahr 2013 – das kommt im Rahmen des Eröffnungsspieltags des Dithmarscher Kreisfußballs in Brunsbüttel zur Verlosung. Dafür sind eigens repräsentative Eintrittskarten mit Abreißfläche gedruckt worden, abzugeben bis zum Beginn des Verbandsliga-Spiels am Boyens-Medien-Stand auf dem Gelände an der Olof-Palme-Allee. In der Halbzeit der Partie BSC gegen Geest werden dann, nur an Anwesende, die Preise verlost und vergeben.




RSS

Großes Lob an die Redaktion. Habe mir gerade die DLZ zugelegt. Ist super zu lesen,da macht der Dithmarscher Fußball gleich einen seriösen Eindruck.
Vielen Dank
Hätte erwartet, dass mal zeitnah Ergebnisse veröffentlicht werden, bin ein bisschen enttäuscht nach den großen Vorankündigungen.
Der Liveticker läuft ständig….zeitnaher dürfte es nicht gehen.
Großes Kompliment an alle Beteiligten/Verantwortlichen für ein absolut gelungenes Fussballfest am Freitag in Brunsbüttel!! Schade das die zwei Gewitterschauer dazu kamen, sonst wären mit Sicherheit mehr Zuschauer dort gewesen!!!