Die Hoffnung lebt im leeren Tor

Von am 26.03.2011 in Handball     |  Weitersagen:   Facebook    Twitter   StudiVZ

Der Matchwinner: Philipp Henrich erzielte in Bad Doberan den entscheidenden Treffer in letzter Sekunde. Foto: Jensen
Der Matchwinner: Philipp Henrich erzielte in Bad Doberan den entscheidenden Treffer in letzter Sekunde. Foto: Jensen

Henrichs Siegtreffer in letzter Sekunde

 Zwei Minuten trennen sie von einer traurigen Rückfahrt. Wie sollen sie drei Tore aufholen? Und dem noch ein viertes hinterherwerfen, weil ein Remis im Abstiegskampf nicht reicht?

Mut ist nicht mehr zu spüren, Verzweiflung nur, auch bei den dreißig nach Bad Doberan mitgereisten Anhängern der SG Kropp/Tetenhusen/Dithmarschen.

Dass ihre Mannschaft zum 29:29 aufholt, ist nichts wert. Beide Punkte werden gebraucht. 15 Sekunden trennen sie von einer traurigen Rückfahrt.

Doch auch der als Absteiger feststehende Bad Doberaner SV will gewinnen. Er nimmt für diesen letzten Angriff seinen Torwart heraus, spielt im Feld mit Überzahl. Kropp/Tetenhusen/Dithmarschen geht auf Manndeckung. Das ist wahnsinnig. Die Gäste sind ein Feldspieler weniger, das heißt: ein Bad Doberaner muss am Kreis freistehen.

Die Dithmarscher werden, sie müssen das Ding verlieren. Was Trainer Häusler, der selbst keine Minute spielt, angeordnet hat, ist sportlicher Selbstmord.

Der Bad Doberaner Gerber rennt auf die Abwehr zu. Er sieht seinen freien Mann, Gerber ist schwer in Fahrt. Ihm wird schwindlig. Der Pass missglückt. Der Ball fällt dem Mitspieler an die Hüfte, vor die Füße. Der Ball kullert in den Torraum.

Drei Sekunden trennen die SG Kropp/Tetenhusen/Dithmarschen vom Moment tiefster Verzweiflung.

Julius Jöhnk, der Torwart, hat auch diesen Ball des Kreisläufers abwehren wollen. Der junge Mann ist einen Augenblick verwirrt, als der Ball auf ihn zurollt.

Anderthalb Sekunden trennen Kropp/Tetenhusen/Dithmarschen vom Moment tiefster Verzweiflung.
Jöhnk wirft den Ball nach vorn. Philipp Henrich hinterher. Der Linkshänder fängt den Ball. Er schaut kurz auf, wundert sich, ist perplex: Kein Torwart drin!

Henrich stolpert, rutscht, der Ball verlässt seine Hand, irgendwie eiert er ins Netz. 30:29.
Sekundenbruchteile trennten die SG Kropp/Tetenhusen/Dithmarschen vom Moment tiefster Verzweiflung. Und nun?

Wenn Erwachsene weinen, muss Außergewöhnliches passiert sein.

Sie haben einen Moment erlebt, in dem die Verzweiflung dem Mut wich.


Schlagworte: philipp henrich, SG Kropp/Tetenhusen/Dithmarschen

2 Kommentare zu “Die Hoffnung lebt im leeren Tor”

  1. peterpan sagt:

    YES!!!

    So wirds gemacht! Geiler Sieg – egal wie!

    Wunderbar! Und auch wenn gegen Springe nächsten Sonnabend verloren wird: diese Mannschaft ist einfach klasse! Und sie kann wirklich gegen jede andere Mannschaft der Klasse mithalten.

    Wenn Platz 9 nicht geschafft werden sollte, so wäre das nun wirklich keine Schande – man bedenke die Zusammensetzung der Spielklasse vor der Saison!!!

    Und die echten Fans bleiben treu – egal in welcher Klasse!

    Und, Herr Henrich: traue Dir einfach noch mehr zu – Du kannst es doch!!!!!!!!!!!!!!

  2. Reiner Kobs sagt:

    …. ich kann Peterpan nur zustimmen !!

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