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Die Chancen nach dem Abstieg

Vor dem letzten Spieltag ist oft räsoniert worden, ob der Hamburger SV nicht einen Abstieg als Chance sehen sollte. Nun ist klar: Er hat gar keine Alternative.

Die Uhr, der Dino - es hat den Blick auf die Realität getrübt. Seit Jahren besangen die HSV-Fans ihr Alleinstellungsmerkmal ständiger Erstliga- Zugehörigkeit, doch das war Ausdruck einer Verblendung. Der Hamburger SV sicherte sich in der Relegation oder am letzten Spieltag, meist mit mehr Glück als Verstand.

Dieses Glück ist aufgebraucht in einer Phase, da die Hamburger sich endlich als taugliches Bundesliga-Mitglied erwiesen, seitdem nämlich Christian Titz das Spielsystem revolutionierte. Was Lewis Holtby kürzlich äußerte, war nicht diplomatisch, aber es stimmte: Zum ersten Mal seit vier Jahren spielte der HSV richtig Fußball.

Ob dieser Weg auf Anhieb an die Zweitliga-Spitzen führen wird, bleibt abzuwarten. Was aber nicht mehr geht, ist, dass sich der HSV überteuerte, abgetakelte Stars angelt und das Budget hemmungslos überzieht. Ein Wechsel auf die Zukunft ist in der 2. Liga schwerer einzulösen. Man muss hart arbeiten, statt auf Pump zu leben.

Das ist die Chance, die in diesem Abstieg liegt.



Wolfgang Ehlers

Wolfgang Ehlers
Wolfgang Ehlers, Jahrgang 1957, Redakteur im Verlag Boyens Medien seit über 23 Jahren, ist Dithmarscher von Geburt an und ein jahrzehntelanger Beobachter der Sportszene.

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