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Die Grenzen der Bayern

Die Zahlen, die nach dem Pokalfinale im Olympiastadion verabreicht werden, sind beeindruckend. Die Bayern verbuchten 77 Prozent Ballbesitz, sie hatten eine Passquote von 89 Prozent gegen 63 des Gegners, es gab 8:6 Ecken für München und 21:7 Flanken – doch der Pokalsieger heißt: Eintracht Frankfurt. 

Er zeigte, wie man die Bayern schlagen kann. In einem Spiel geht das. Über die Distanz von 34 Spieltagen sind bekanntlich alle Bundesligisten machtlos. Ein Zufall ist der Frankfurter Sieg aber mitnichten, trotz des nicht gegebenen Elfmeters, der München die Ausgleichsmöglichkeit gebracht hätte.

Die Bayern spielten selbstgefällig, gern quere und zurück statt mit Geschwindigkeit in die gefährlichste Zone. Die Zahlen besagen auch, dass Mats Hummels ihr Mann mit den meisten Ballkontakten war. Hummels – Abwehrmann. 

Niko Kovac, Frankfurts Trainer, hat die bayerischen Stereotypen gelesen und seine Schlussfolgerungen gezogen. Das wird ihn an diesem Tag freuen. Für die Zukunft sollte es Kovac ängstigen. Diese Bayern, in der Champions League vom Losglück geküsst, dann an Madrid gescheitert, werden international so schnell niemanden erschrecken. 

Dass sie die Ehrung für den Sieger schwänzten und wütend in der Kabine entschwanden, wirft auch kein gutes Bild.



Wolfgang Ehlers

Wolfgang Ehlers
Wolfgang Ehlers, Jahrgang 1957, Redakteur im Verlag Boyens Medien seit über 23 Jahren, ist Dithmarscher von Geburt an und ein jahrzehntelanger Beobachter der Sportszene.

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