Die Verbände, ob im Fußball oder im Handball, wählten den Weg des geringsten Widerstands, indem sie - die Bundesligen des Fußballs zunächst einmal ausgenommen - den Abstieg aussetzen und nur eine Aufstiegsmöglichkeit einräumten. Das mag im Sinne fairen Sports sein, bringt aber vor allem Rechtssicherheit. Weil kein Verein etwas verliert, kann auch niemand klagen. Härtefälle beschränken sich auf wenige Klubs.
Die Beschlüsse haben gleichwohl ihre Tücken. Die meisten Ligen müssen aufgestockt werden und benötigen einen ausgedehnten Spielplan. Bis zu 42 Spieltage in der 3. Liga oder der Regionalliga Nord der Fußballer lassen sich in einer Zeit von (günstigstenfalls) September bis zum Juni 2021 nicht unterbringen; da müsste Papst Gregor schon seinen Kalender revidieren.
Was hinzu kommt: Die Zahl der Absteiger könnte sich auf sechs bis acht einpendeln. Was wiederum bedeutet, dass für viele Mannschaften die kommende Saison zur Halbserie verloren sein könnte. Wer an Weihnachten mit einstelliger Punktequote das Tabellenende ziert, wird vor Lust und Übermut in der Rückrunde nicht strotzen, Rückzüge und Wettbewerbsverzerrungen inbegriffen.
Das alles ist absehbar und doch schwer zu verhindern. Dass die Abstimmungen über die Wertung der abgebrochenen Saison interessengeleitet verliefen und sich an den Schwächsten orientierten, muss man niemandem zum Vorwurf machen. Vereins- und Verbandsarbeit ist auch Lobby-Arbeit. Die Probleme aber werden vertagt.
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