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Eagles brechen Schwelm-Komplex

Früh mit drei Fouls belastet, musste sich Chris Hooper in Schwelm vorsehen. Foto: Jensen

Nach einer Mitteilung des Vereins

Großen Jubel gab es nicht. Noch nicht? Die erste Etappe ist jedenfalls geschafft: Die Itzehoe Eagles haben das erste Halbfinale in den Playoffs der   2. Basketball-Bundesliga Pro B gewonnen. Im vierten Versuch siegten sie erstmals in dieser Saison bei den EN Baskets Schwelm, die enge Partie endete 74:71 (22:20, 14:18, 19:15, 20:18). Somit gehen die Eagles mit drei Punkten Vorsprung in das Rückspiel in eigener Halle am Sonntag um 17 Uhr. 

Es war die fünfte Begegnung der beiden Teams in dieser Saison, und sicher nicht die ansehnlichste. Das erste Viertel bot noch einige Unterhaltung: Mit mehreren Dreiern eröffneten beide Seiten das Spiel, einen davon lieferte Erik Nyberg in der einbeinig eingesprungenen Variante, als die Angriffszeit ablief. 

Die Gastgeber trafen allerdings auch in der Folge in fast jedem Angriff und führten leicht, doch Flavio Stückemann und Marko Boksic sicherten mit weiteren Treffern aus der Distanz die knappe Führung nach dem ersten Abschnitt. In den zweiten zehn Minuten lief nicht viel für die Eagles. Sie vergaben, besonders unter dem Korb, viele Chancen, Chris Hooper ging früh mit seinem dritten Foul auf die Bank, ohne einmal auf den Korb geworfen zu haben. Diverse Freiwürfe fanden nicht ihr Ziel, die Dreier auch nicht mehr, und trotz zehn Wurfversuchen mehr als Schwelm lagen die Gäste zur Halbzeit mit 36:38 zurück. 

Nach dem Wechsel wollten die Eagles Hooper mehr ins Spiel bringen, zunächst durchaus erfolgreich. Doch bald darauf zwang ihn das vierte Foul wieder zur Pause. Boksic trug sein Team durch die nächsten Minuten, dann war der Kapitän zur Stelle: Stückemann sicherte mit zwei Dreiern das 54:53 nach drei Vierteln. Schwelm antwortete mit zwei eigenen Dreiern, danach reihten beide Teams die Fehler aneinander -  62:62, noch vier Minuten. 

Kampf, Krampf und Nervosität hatte Eagles-Coach Patrick Elzie gesehen: „Wenn es um alles geht, gibt es keine schönen Spiele.“ Die Itzehoer fanden die Ordnung im Angriff wieder, Boksic und Yasin Kolo trafen Dreier. Die Baskets konterten von außen, es folgten ein wichtiger Ballgewinn von Hooper und ein abgeklärter Angriff der Gäste, den Kolo per Dreier veredelte zum 74:68 rund 34 Sekunden vor dem Ende. „Das sind die Big Points und die Big Plays, die man machen muss in so einem Spiel“, sagte Elzie. 

Vorbei war es aber noch nicht. Einen Ballverlust nutzte Schwelm, um zu verkürzen, kurz darauf hatten die Gastgeber sogar die Chance zum Ausgleich. Aber Alieu Ceesay blockte den Dreier, Boksic hätte den Vorsprung noch ausbauen können – doch sein Dunk in der Schlusssekunde ging daneben. Die Fehler kosteten Nerven, aber: „Man kann sie den Jungs verzeihen“, sagte der Trainer. Und ergänzte lachend: „Wenn man gewonnen hat.“ Ein besonderes Lob bekam das Team für die kämpferische Einstellung gegen die starken Schwelmer. Die wird auch im Rückspiel am Sonntag gefragt sein: Drei Punkte Vorsprung seien nicht viel. Aber die Eagles seien heimstark, die Atmosphäre sei eine ganz andere, und nach dem Sieg könne das Team mit einem sehr positiven Gefühl in die Partie gehen. Ein Erfolg sichere nicht nur den sportlichen Aufstieg, sondern auch die ProB-Meisterschaft zusammen mit Bochum – denn das Finale wird nicht ausgespielt. 

Im Hinspiel in Schwelm war die Dreierquote von über 50 Prozent ein wichtiger Faktor, aber es gab auch Bereiche mit Luft nach oben. Weniger als 50 Prozent von der Freiwurflinie waren nicht gut, auch einige Spieler könnten besser spielen, erklärte Elzie. Die Partie werde am Sonnabend noch etwas analysiert, es folgt ein leichtes Training – und dann richtet sich der volle Fokus auf Sonntag. 

Itzehoe Eagles: Marko Boksic (20, 3 Dreier, 8 Rebounds), Yasin Kolo (18, 3 Dreier, 16 Rebounds), Chris Hooper (11), Flavio Stückemann (10, 3 Dreier), Johannes Konradt (8, 2 Dreier), Erik Nyberg (5, 1 Dreier, 5 Assists), Alieu Ceesay (2, 2 Blocks), Niclas Sperber, Tobias Möller, Thorben Haake, Lars Kröger, Ole Friedrichs.



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