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Eine Saison des Übergangs

Es ist immer leicht, gegen Verbände und Verantwortungsträger zu wettern. Das hilft aber nichts und wäre auch noch ungerecht.

Was der Spielausschuss des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, namentlich sein Vorsitzender Klaus Schneider, ausgeklügelt und zur Diskussion gestellt hat, ist aller Ehren wert. Das Gesetz des Handelns liegt nun bei den Vereinen.

Auf zwölf Mannschaften reduzierte Staffeln sind unbefriedigend; das muss man nicht begründen. In diesem Ausnahmefall - niemand weiß, ob die Saison im September oder Oktober wirklich beginnen kann und ob nicht eine Unterbrechung nötig sein wird - sind sie das Gebot der Situation und geben wenigstens das Gefühl von Planungssicherheit. Trotzdem kann es knapp werden.

Spielausfälle werden kommen, schon wenige Wochen nach dem Saisonstart. Das ist die Erfahrung der vergangenen Jahre. Absagen herbeizuführen, wird in der Corona-Zeit noch einfacher sein als zuvor. Seien wir ehrlich: Fast jeder Verein hat, weil der Torjäger fehlte, schon mal beim Bürgermeister der Gemeinde angerufen und aufgrund dreier Regentropfen den Platz sperren lassen. 

Das wird leichter gehen. Ein Spieler mit Halsschmerzen - wer will diese Mannschaft zum Fußball zwingen? Ganz schnell kann es Engpässe geben.

Die Fußballverbände sind den Vereinen in der abgebrochenen Saison sehr entgegengekommen. Sie haben den Abstieg ausgesetzt und den Aufstieg erweitert. Unbedingt sind jetzt die Vereine am Zug; flankierend sollte ein sofortiger Heimrechttausch bei einem Spielausfall verpflichtend werden.

In Hamburg hat bei der Arbeitstagung ein Vereinsvertreter die Kollegen zur Mäßigung gemahnt. Entscheidend sei nicht, in welcher Liga man spiele, sondern dass überhaupt wieder geregelt Fußball gespielt werden könne. 

Querschüsse führen meistens ins Aus und selten ins Ziel. Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband hat mit seinem Schreiben an die Obleute eine Steilvorlage geliefert. Wer unter den gegebenen Umständen einen für alle besseren Vorschlag hat, soll ihn nennen. Einzelinteressen allerdings müssen unbedingt zurückstehen. Diese Saison des Übergangs darf nicht im Fiasko enden.



Wolfgang Ehlers

Wolfgang Ehlers
Wolfgang Ehlers, Jahrgang 1957, Redakteur im Verlag Boyens Medien seit über 23 Jahren, ist Dithmarscher von Geburt an und ein jahrzehntelanger Beobachter der Sportszene.

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