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Schleswig-Holstein bricht Fußballsaison ab

Merkur Hademarschen und die Schenefelder TS bestritten eines der letzten Punktspiele der Saison 2020/21, die nunmehr abgebrochen wurde. Foto: Jensen

Das zeichnete sich ab: Auf einer außerordentlichen Präsidiumssitzung brach der Schleswig-Holsteinische Fußballverband die nach wenigen Spieltagen unterbrochene Saison 2020/21 ab. Es wird keine weiteren Punktspiele geben, auch keine Auf- und Absteiger, dafür gegebenenfalls auf regionaler Ebene einen freiwilligen Cup-Wettbewerb. 

Die Mitteilung des Verbandes im Wortlaut:

Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes hat in einer außerordentlichen Sitzung entschieden, den Punktspielbetrieb der Saison 2020/21 in allen Spiel- und Altersklassen einzustellen und stattdessen einen „Derby-Cup“ als alternativen Wettbewerb ins Leben zu rufen. Der Wettbewerb mit stark regionalem Anstrich soll auf freiwilliger Basis starten, wenn die Verfügungslage das wettkampfmäßige Aufeinandertreffen verschiedener Mannschaften erlaubt. 

„Wir wollen damit Druck von unseren Vereinen nehmen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit bieten, schnellstmöglich in eine attraktive Wettbewerbsform zurückzukehren – mit vielen Derbys, kurzen Wegen und getragen von der Freude über die Rückkehr auf die Fußballplätze“, sagt die SHFV-Vizepräsidentin Spielbetrieb Sabine Mammitzsch. 

Das auf Freiwilligkeit und Regionalität basierende Modell erlaubt zudem einen flexiblen Umgang mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Auch individuelle Freundschaftsspiele außerhalb des neuen Wettbewerbs sind weiterhin möglich.

Das SHFV-Präsidium hat sich auf folgende Vorgehensweise festgelegt: 

Punktspielbetrieb der Saison 2020/21 Die bisher ausgetragenen Punktspiele in allen Alters- und Spielklassen werden annulliert, Auf- und Absteiger wird es nicht geben. 

Die Spielklasseneinteilungen der Saison 2020/21 werden für die Spielzeit 2021/22 übernommen. Ausgenommen hiervon sind Mannschaften, die in die Regionalligen aufsteigen. Verfahren zur Ermittlung von Aufsteigern in die Regionalligen werden unter Berücksichtigung der an einem Aufstieg interessierten Mannschaften von den zuständigen Ausschüssen erarbeitet. 

Pokalwettbewerbe 2020/21: Die SHFV-Pokale sollen zu Ende gespielt werden, sobald die Verfügungslage es erlaubt, damit die bis zum aktuellen Zeitpunkt im Wettbewerb verbliebenen Mannschaften eine Möglichkeit haben, sich auf sportlichem Wege für die Teilnahme am DFB-Pokal in der Saison 2021/22 zu qualifizieren. Auch die Kreispokalwettbewerbe sollen nach Möglichkeit sportlich beendet werden. Gleiches gilt für die Pokalwettbewerbe im Jugendbereich. 

„Derby-Cup“: Als attraktiver Ersatz für die nicht fortgeführten Punktspielrunden soll möglichst ab Anfang Mai ein „Derby-Cup“ als Alternativ-Wettbewerb zum regulären Spielbetrieb im Herren-, Frauen- und Jugendbereich starten. Die Teilnahme ist freiwillig, Vereine können auch weiterhin individuelle Freundschaftsspiele verabreden. 

Vereinsmannschaften, die sich für den Wettbewerb anmelden, werden in Sechser-Gruppen mit anderen Mannschaften aus dem Gebiet ihres politischen Kreises eingeteilt. Geplant sind einerseits Gruppen, die sich aus Mannschaften der Verbandsspielklassen (Oberliga, Landesliga, Verbandsliga und Kreisligisten, die sich freiwillig melden) zusammensetzen, sowie andererseits Gruppen mit Mannschaften aus den Kreisligen und Kreisklassen. In einer einfachen Runde werden die Gruppensieger ermittelt. Die Gruppensieger zweier einander zugeordneter Staffeln spielen den regionalen Derby-Sieger aus. Weitere Details folgen. 

„Es ist uns bewusst, dass bei weiteren Lockerungen der Corona-Bekämpfungsmaßnahmen ein Zeitrahmen zur Verfügung stehen könnte, in dem beispielsweise die Beendigung einer „einfachen Runde“ in einzelnen Spielklassen noch möglich wäre. Im Präsidium sind wir allerdings mehrheitlich der Überzeugung, dass selbst das Ergebnis einer „halben“ Serie angesichts der schwierigen Umstände in der Saison 2020/21 kein adäquates sportliches Ergebnis darstellen würde, welches über Auf- und Abstieg entscheiden sollte“, sagte  Mammitzsch. Nach wie vor ist zudem die Entwicklung des Infektionsgeschehens ungewiss. 

Eine Fortsetzung des Punktspielbetriebs wäre daher nur unter teilweise unkalkulierbaren Begleitumständen in einem immer kleiner werdenden Zeitrahmen planbar. So wären etwa weitere Unterbrechungen des Spielbetriebs wegen behördlicher Verfügungen in einzelnen Kreisen oder in ganz Schleswig-Holstein möglich. Ebenso müssten Nachholtermine für Spiele eingeplant werden, die aufgrund von Corona-Infektionen oder -Verdachtsfällen abgesagt werden. Nicht zuletzt muss der organisierte Fußball in dieser besonderen Situation Rücksicht nehmen auf Menschen – seien es Aktive, Schiedsrichter*innen, Vereinsmitarbeiter*innen oder Eltern von Jugendspieler*innen –, die sich mit einer baldigen Rückkehr auf die Sportplätze unwohl fühlen. 

„Das Präsidium hat im Sinne der Gesundheit aller am Amateurfußball Beteiligten und im Sinne einer Planungssicherheit für Vereine und Verbände entschieden. Selbstverständlich fiebern wir ungeachtet dessen mit großer Vorfreude der uneingeschränkten Rückkehr auf die Fußballplätze entgegen. Die jüngsten Lockerungen der Maßnahmen bedeuten für den Amateurfußball erste Schritte zurück in eine von uns allen gewünschte Normalität. Wir freuen uns darauf, mit unseren Vereinen auch die weiteren Schritte zu gehen und hoffen auf einen immer reger werdenden Betrieb auf den Fußballplätzen im Land“, sagt SHFV-Präsident Uwe Döring.



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Natürlich ärgerlich für Vereine wie Burg und Heide 2 die nun wieder ein Jahr mit dem Aufstieg warten müssen. Gut natürlich für beispielsweise Geest. Generell wohl der vernünftigste Weg abzubrechen.

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Der SHFV wird sich noch großen Unmut gefallen lassen müssen. Wenn der NFV bald vormacht wie man in der Regionalliga wunderbar Pflichtspiele austragen kann, mit entsprechenden Hygienekonzepten und alle anderen Kicker können dabei zu sehen wie der Ball rollt und sind selbst zum trainieren verdammt. Wird für die Vereine aufjedenfall eine Mammutaufgabe seine Spieler mit Training und Freundschaftsp [...]
Der SHFV wird sich noch großen Unmut gefallen lassen müssen. Wenn der NFV bald vormacht wie man in der Regionalliga wunderbar Pflichtspiele austragen kann, mit entsprechenden Hygienekonzepten und alle anderen Kicker können dabei zu sehen wie der Ball rollt und sind selbst zum trainieren verdammt. Wird für die Vereine aufjedenfall eine Mammutaufgabe seine Spieler mit Training und Freundschaftspielen nun über circa 5 Monate bei Laune zu halten..

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Stimmt. Abbruch ist die falsche Entscheidung. Ansteckungsgefahr bei Fußballspielen tendiert gegen Null. Bei einem Punktspiel Re-Start am 18. April hätten alle Teams eine 4-wöchige Vorbereitungszeit. Bis 20. Juni hätte man dann locker, mit 1-2 Mittwochabendspielen, in allen Spielklassen eine einfache Runde fertig spielen und Absteiger und Aufsteiger ermitteln können. Wie will man nun Spieler f [...]
Stimmt. Abbruch ist die falsche Entscheidung. Ansteckungsgefahr bei Fußballspielen tendiert gegen Null. Bei einem Punktspiel Re-Start am 18. April hätten alle Teams eine 4-wöchige Vorbereitungszeit. Bis 20. Juni hätte man dann locker, mit 1-2 Mittwochabendspielen, in allen Spielklassen eine einfache Runde fertig spielen und Absteiger und Aufsteiger ermitteln können. Wie will man nun Spieler für eine nächste Saison motivieren, die 9 Monate keine Punktspiele mehr gemacht haben? Zahlreiche Spieler werden sich anderen Hobbys zuwenden. Etliche Mannschaften werden abgemeldet werden.

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Die Entscheidung ist richtig und nachvollziehbar.
Es kann am Ende der Saison einfach keine faire Wertung der Saison stattfinden. Schau mal in die Kreisliga. Da gibt es Mannschaften mit erst 2 gespielten Spielen und Mannschaften, die bereits 6 Spiele auf dem Konto haben. Zusätzlich kommt das Risiko, dass auch im April / Mai / Juni Spiele auf Grund eines Verdachtfalles oder ähnlichem abgesagt [...]
Die Entscheidung ist richtig und nachvollziehbar.
Es kann am Ende der Saison einfach keine faire Wertung der Saison stattfinden. Schau mal in die Kreisliga. Da gibt es Mannschaften mit erst 2 gespielten Spielen und Mannschaften, die bereits 6 Spiele auf dem Konto haben. Zusätzlich kommt das Risiko, dass auch im April / Mai / Juni Spiele auf Grund eines Verdachtfalles oder ähnlichem abgesagt werden müssen. Das würde für zusätzliche Verzerrung sorgen.
Natürlich will ein Fußballer um Punkte kämpfen . Aber mittlerweile haben die meisten ihre Ansprüche runter geschraubt und sind einfach nur froh, mal wieder gegen den Ball treten zu können. Und dabei ist es erstmal zweitrangig, ob es um Punkte geht oder nicht.
Der zweite Punkt ist, warum sollen Mannschaften (für ein Amateurfussballspiel !!! ) in Kreise fahren, wo die Inzidenz vielleicht nicht so „entspannt“ ist , wie in Dithmarschen ? Schleswig- Holstein ist eben nicht nur Dithmarschen.
Und nicht für jeden Verein sind die Hygienekonzepte leicht umsetzbar. Auch wenn sie es gerne wollen.
So hat jeder Verein und jede Mannschaft es selber in der Hand, wie sie wieder Sport anbieten.
Und deshalb glaub ich, begrüßen die meisten Vereine diese Entscheidung.

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Da das Internet allen anonymen Sofa-Experten die Möglichkeit für ihre genialen Expertisen gibt, ist dem SHFV sicherlich klar, dass es bei jeder Entscheidung "Unmut" gegeben hätte. Das macht den Job auch so undankbar in solchen Zeiten.

Habt ihr auch irgendeine Evidenz für eure schlauen Thesen?


Fakt ist, die Vereine haben bereits 12 Monate mit +/- 5 Pflichtspielen übers [...]
Da das Internet allen anonymen Sofa-Experten die Möglichkeit für ihre genialen Expertisen gibt, ist dem SHFV sicherlich klar, dass es bei jeder Entscheidung "Unmut" gegeben hätte. Das macht den Job auch so undankbar in solchen Zeiten.

Habt ihr auch irgendeine Evidenz für eure schlauen Thesen?


Fakt ist, die Vereine haben bereits 12 Monate mit +/- 5 Pflichtspielen überstanden, da wird auch jetzt die verbliebene Zeit bis zur neuen Saison überstanden werden.
In meinem KK-Team brennen alle darauf selbst kontaktlos mal wieder gegen den Ball zu kicken. Aus den Nachbarteams der Umgebung höre ich genau dasselbe.
Welche anderen Hobbys sollen das sein, die ja alle den gleichen Restriktionen unterliegen. Wenn die jungen Leute lieber dick werden wollen während sie steile FIFA-Karrieren hinlegen, ist das das Problem dieser einzelnen Faulpelze.

Ich höre unisono, dass die Entscheidung als alternativlos und weitsichtig bewertet wird. Insofern Glückwunsch zu dieser mutigen Entscheidung.

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Hallo zusammen,
worum geht es hier eigentlich?
Am Ende Gehabes und die Gesundheit denke ich.
Wer von euch Experten kann heute mit Sicherheit sagen was morgen sein wird?!
Verletzungsgefahr ohne richtige Vorbereitung ist das eine. Ansteckungsgefahr das Andere, bevor nicht eine flächendeckende Impfung erfolgt ist kann es nicht verbindlich weiter gehen. Wer von euch möchte die Verant [...]
Hallo zusammen,
worum geht es hier eigentlich?
Am Ende Gehabes und die Gesundheit denke ich.
Wer von euch Experten kann heute mit Sicherheit sagen was morgen sein wird?!
Verletzungsgefahr ohne richtige Vorbereitung ist das eine. Ansteckungsgefahr das Andere, bevor nicht eine flächendeckende Impfung erfolgt ist kann es nicht verbindlich weiter gehen. Wer von euch möchte die Verantwortung übernehmen, wenn sich ein Spieler in einem Amateurspiel in dem es um nichts geht ansteckt und ggf schwer erkrankt oder gar andere Familienmitglieder ansteckt, die dann schwer erkranken oder schlimmeres. Wofür? Für den Aufstieg aus der KL in die VL. Am Ende müssen wir gemeinsam diese schlimme und schwierige Zeit überstehen, da hilft vielleicht auch mal nicht immer nur zu nörgeln.

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Völlig richtige Entscheidung.
Da kann der NFV von lernen.

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Ich finde das der SHFV hier genau richtig gehandelt hat.
Die Basis wurde mit einbezogen.
Beispielsweise wurden in unserem KFV die Vereine zu ihrer Meinung befragt. Diese Meinung wurde dann von unseren Vertretern des KFV mit nach Kiel genommen und vertreten.
Zu dieser Art und Weise kann ich nur gratulieren. Bitte weiter so.

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Alex Hardrock heute super Interview in der. DLZ.

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